Windows-Update jetzt sofort: Rekord-974 Lücken, 2 aktiv angegriffen

Es ist ein Rekord, den keiner wollte: Microsoft hat im September so viele Sicherheitslücken geschlossen wie noch nie in einem Monat – 974 Stück in den eigenen Produkten. Zwei dieser Lücken nutzen Angreifer bereits aktiv aus. Wer sein Windows also nicht täglich aktualisiert, sollte jetzt genau zwei Minuten investieren und nachprüfen, ob der Schutz wirklich angekommen ist.
Inhalt
Die Zahlen des September-Patchdays
Die Größenordnung ist bemerkenswert: 974 Schwachstellen in Microsoft-Produkten wurden geschlossen, dazu 25 Korrekturen für Software anderer Hersteller. Der Löwenanteil entfällt auf Windows selbst (723 Lücken), dazu kommen 222 in Office und 62 im Datenbankserver SQL Server; der Rest betrifft vor allem Firmensoftware wie den Mailserver Exchange. 114 Lücken stuft Microsoft als kritisch ein.
Noch wichtiger als die Rekordzahl ist eine andere: Für zwei der Lücken liegen Hinweise vor, dass Angreifer sie bereits aktiv ausnutzen. Das ändert die Lage grundlegend: Bei „normalen“ Lücken ist Updates binnen Tagen okay – bei aktiv angegriffenen Lücken zählen Stunden, denn Anleitungen zur Ausnutzung kursieren dann öffentlich.
So prüfen Sie in zwei Minuten, ob Sie geschützt sind
- Einstellungen öffnen und Windows Update auswählen (in die Suchzeile einfach „Update“ tippen).
- Auf „Nach Updates suchen“ klicken. Steht „Sie sind auf dem neuesten Stand“, ist Ihr Gerät versorgt.
- Neustart zulassen, falls einer angeboten wird. Ohne Neustart bleiben viele Schutzkorrekturen inaktiv – Windows zeigt ihn dann beim Herunterfahren an.
- Nach dem Neustart die Update-Seite kurz erneut öffnen: Manchmal lädt Windows Nachzügler nach.
Privatnutzer erhalten die Korrekturen automatisch – aber nur, wenn automatische Updates nicht abgeschaltet oder der Rechner seit Wochen ausgeschaltet wurde. Genau diese Fälle rechnen sich Angreifer aus.
Windows 10 besonders prüfen
Ältere Windows-Versionen erhalten die Korrekturen nicht mehr automatisch. Wer noch mit einem nicht mehr unterstützten Windows arbeitet, hat bei einem Rekord-Patchday mit aktiven Angriffen die schlechteste Ausgangslage. Hier helfen nur: Upgrade auf ein aktuelles Windows, die verlängerte Sicherheitsversorgung von Microsoft oder – für Geräte, die beides nicht hergeben – der Rückzug vom Netz.
Was das Update außerdem ändert
Neben den Sicherheitskorrekturen bringt der September-Patchday zwei sichtbare Änderungen mit: Die Taskleiste in Windows 11 lässt sich jetzt auch am oberen, linken oder rechten Bildschirmrand anheften (das Suchfeld funktioniert vorerst nur an der oberen und unteren Kante), und der Bereich „Empfehlungen“ heißt nun „Meistverwendet“ und lässt sich abschalten. Wer nach dem Update kurz überrascht ist, warum die Taskleiste woanders hängt: Das ist kein Fehler, sondern neue Freiheit.
Drei Gewohnheiten, die aus diesem Patchday bleiben sollten
1. Wöchentlich ein Neustart-Ritual
Ein fester Termin (zum Beispiel Freitagnachmittag) mit „Updates suchen + Neustart“ nimmt der Sache den Zufall. Zwei Minuten, einmal pro Woche.
2. Automatik nicht abschalten
Die häufigste Ursache für ungeschützte Rechner ist eine ausgeschaltete Update-Automatik. Lassen Sie sie laufen – auch wenn ein Neustart manchmal unpassend kommt.
3. Altgeräte ausmustern
Geräte ohne Sicherheitsupdates sind bei aktiv ausgenutzten Lücken offene Türen, auch wenn sie „eigentlich nur“ im Heimnetz hängen. Ausmisten oder vom Netz nehmen.
Fazit
974 Lücken in einem Monat klingen dramatisch, sind aber vor allem eines: ein Grund, sich zwei Minuten für die Update-Prüfung zu nehmen. Die Bedrohung kommt nicht von der Zahl, sondern von den zwei Lücken, die bereits angegriffen werden – und denen nur eines gegenübersteht: ein Rechner, der das September-Update installiert hat und neu gestartet wurde.
Häufige Fragen
Bin ich als Privatnutzer überhaupt betroffen?
Ja – die meisten der 974 Lücken betreffen Windows selbst, das Privathaushalte genauso nutzen wie Firmen. Die zwei bereits angegriffenen Lücken sind ohnehin Grund genug, sofort zu prüfen.
Wie lange dauert die Installation?
Je nach Rechner 5 bis 20 Minuten inklusive Neustart. Planen Sie den Termin am besten fest ein, statt auf ein „später“ zu drücken, das nie kommt.
Warum schließt Microsoft so viele Lücken auf einmal?
Sicherheitsupdates erscheinen gebündelt am zweiten Dienstag im Monat (Patchday). Dass der September zum Rekord wurde, liegt an nachgeschobenen Prüfungen – nicht daran, dass Windows über Nacht unsicherer wurde.
Mein PC findet keine Updates mehr – was tun?
Prüfen Sie zuerst, ob Ihr Windows noch unterstützt wird. Falls nicht: Upgrade planen oder das Gerät aus dem Alltag nehmen. Falls ja: Update-Fehlerbehandlung starten und Speicherplatz freiräumen – fehlender Platz ist der häufigste Stolperstein.
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