Stromkosten senken: Standby, Ladegeräte und alte Geräte auf dem Prüfstand
Stromsparen ist voller Halbwahrheiten. Wer Kühlschrank und Router regelmäßig abschaltet, spart wenig, riskiert aber Schäden. Wer dagegen die richtigen Geräte tauscht oder steuert, senkt die Rechnung deutlich – und zwar dauerhaft, ohne Komfortverlust.
Inhalt
Die Verbrauchsrangliste im Haushalt
Typische Anteile am Gesamtverbrauch im Haushalt zeigen, wo sich Prioritäten lohnen:
| Bereich | Anteil | Größter Hebel |
|---|---|---|
| Heizung und Warmwasser | 50 bis 60 Prozent | Temperatur um 1 bis 2 Grad senken, hydraulischer Abgleich, Pumpeneinstellung |
| Waschen, Trocknen, Spülen | 10 bis 15 Prozent | Waschen bei niedrigerer Temperatur, Wäscheleine statt Trockner |
| Kühlen und Gefrieren | 8 bis 12 Prozent | Standort, Temperatur, Türdichtungen, richtiges Abtauen |
| Beleuchtung | 5 bis 10 Prozent | LED statt Halogen, Bewegungsmelder statt Dauerlicht |
| Standby und Netzwerktechnik | 2 bis 6 Prozent | Sammelschalter, Zeitschaltuhren, abschaltbare Steckdosen |
Die wichtigste Erkenntnis: Ein Router oder Ladegerät im Standby macht wenige Euro im Jahr aus, eine überhöhte Heiztemperatur dagegen dreistellige Beträge. Prioritäten richtig setzen ist wertvoller als überall ein Prozent zu suchen.
Standby: was wirklich zählt
Standby-Geräte wie Fernseher, Receiver, Spielkonsolen, Drucker und Soundanlagen liegen typisch zwischen 0,5 und 10 Watt. Bei 24 Stunden täglich ergibt das je Gerät 5 bis 90 Euro im Jahr. Der pragmatische Weg:
- Sammelschalter oder Steckdosenleiste für die Geräte, die Sie ohnehin abschalten können.
- Spielekonsolen und Receiver in den Einstellungen auf „warmes" oder komplettes Ausschalten stellen – der Standby-Modus dieser Geräte ist besonders teuer.
- Ladegeräte ausstecken, wenn sie nichts laden: Sie verbrauchen kaum Strom, aber einzelne Netzteile erzeugen unnötige Grundlast.
- Router und Kühlgeräte nicht abschalten – der Router braucht Strom für Updates und Sicherheit, der Kühlschrank für die Haltbarkeit der Lebensmittel.
Alte Großgeräte: der zweitgrößte Hebel
Ein 15 Jahre alter Kühlschrank verbraucht oft das Doppelte eines neuen. Bevor Sie tauschen, prüfen Sie drei Dinge:
- Türdichtungen: Ein Blatt Papier sollte beim Schließen festgeklemmt werden. Lässt es sich leicht herausziehen, geht Kälte verloren.
- Temperatur: 7 Grad im Kühlschrank und minus 18 Grad im Gefrierfach genügen. Jedes Grad kälter kostet etwa 6 Prozent mehr Strom.
- Standort: Neben Herd, Heizung oder in der Sonne verbraucht jedes Kühlgerät spürbar mehr.
Wärmepumpe, Heizungsregelung und smarte Steckdosen
Wenn Sie auf smarte Technik setzen, ist der wichtigste Rat: Ersetzen Sie keine sinnvolle Mechanik durch komplizierte Elektronik, sondern ergänzen Sie. Sinnvoll sind:
- Programmierbare Heizungsregler, die die Temperatur nachts und bei Abwesenheit absenken. Rechnen Sie mit 5 bis 10 Prozent Ersparnis, wenn Sie konsequent absenken – aber heizen Sie Räume nicht aus, in denen Feuchtigkeit entsteht.
- Smarte Steckdosen mit Messfunktion: Sie zeigen Ihnen den tatsächlichen Verbrauch und machen Einsparungen sichtbar. Das ist der größte Wert – nicht das Fernschalten selbst.
- Zeitschaltuhren für Außenbeleuchtung, Pumpen, Aquarien.
Und ein Augenmerk auf Daten: Jede smarte Steckdose mit Cloud ist ein zusätzliches Gerät mit Zugriff. Nähere Hinweise dazu finden Sie in unserem Beitrag zu Smart-Home-Sicherheit.
Rechnen statt raten
Ein Rechenbeispiel: Ein Standby-Verbrauch von 8 Watt rund um die Uhr entspricht etwa 70 kWh im Jahr. Bei 35 Cent pro Kilowattstunde sind das rund 25 Euro – für ein einziges Gerät. Zehn solcher Geräte kosten so viel wie ein halber Monatseinkauf. Deshalb lohnt die Sammelschalter-Lösung, auch wenn sie unspektakulär ist.
Häufige Fragen
Senkt ein neuer Kühlschrank die Rechnung wirklich?
Bei einem Gerät, das älter als 15 Jahre ist, in der Regel ja: Der Verbrauch kann um 40 bis 60 Prozent sinken. Prüfen Sie zuerst Dichtungen und Temperatur, bevor Sie tauschen.
Sollte ich den Router nachts abschalten?
Nein. Der Verbrauch ist gering, und Sie verlieren Sicherheitsupdates, Telefonie über das Internet und die Verfügbarkeit von Backup- und Smart-Home-Funktionen.
Lohnt sich ein Strommessgerät?
Für ein bis zwei Wochen ja: Sie finden damit die Geräte, die wirklich auffallen. Danach reicht es, die Ergebnisse einmal umzusetzen. Ausleihgeräte gibt es bei vielen Verbraucherzentralen und Bibliotheken.
Bringt Wäsche bei 30 statt 60 Grad viel?
Ja, deutlich: Ein Waschgang kostet bei 30 Grad oft nur ein Drittel eines 60-Grad-Programms. Nutzen Sie die höhere Temperatur nur, wenn Hygiene es verlangt.
Weiterlesen
Versicherungen online vergleichen: Wo es sich lohnt und wo nicht
Ein Wechsel kann dreistellig sparen – bei den falschen Policen kostet er Schutz. Diese Übersicht zeigt, welche Versicherungen verg…
SparenInternet-Tarif optimieren: Bandbreite, Router und der richtige Wechsel
Viele zahlen für Bandbreite, die nie ankommt, und für Router-Miete, die sich nicht lohnt. So finden Sie Ihren echten Bedarf und se…
SparenMobilfunkkosten senken: In fünf Schritten zum günstigeren Tarif
Viele zahlen 20 bis 40 Euro im Monat für Datenvolumen, das sie nicht nutzen. So finden Sie Ihren tatsächlichen Bedarf und wechseln…