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Stromkosten senken: Standby, Ladegeräte und alte Geräte auf dem Prüfstand

Aktualisiert: 3. September 2026 · 7 Minuten Lesezeit

Stromsparen ist voller Halbwahrheiten. Wer Kühlschrank und Router regelmäßig abschaltet, spart wenig, riskiert aber Schäden. Wer dagegen die richtigen Geräte tauscht oder steuert, senkt die Rechnung deutlich – und zwar dauerhaft, ohne Komfortverlust.

Die Verbrauchsrangliste im Haushalt

Typische Anteile am Gesamtverbrauch im Haushalt zeigen, wo sich Prioritäten lohnen:

BereichAnteilGrößter Hebel
Heizung und Warmwasser50 bis 60 ProzentTemperatur um 1 bis 2 Grad senken, hydraulischer Abgleich, Pumpeneinstellung
Waschen, Trocknen, Spülen10 bis 15 ProzentWaschen bei niedrigerer Temperatur, Wäscheleine statt Trockner
Kühlen und Gefrieren8 bis 12 ProzentStandort, Temperatur, Türdichtungen, richtiges Abtauen
Beleuchtung5 bis 10 ProzentLED statt Halogen, Bewegungsmelder statt Dauerlicht
Standby und Netzwerktechnik2 bis 6 ProzentSammelschalter, Zeitschaltuhren, abschaltbare Steckdosen

Die wichtigste Erkenntnis: Ein Router oder Ladegerät im Standby macht wenige Euro im Jahr aus, eine überhöhte Heiztemperatur dagegen dreistellige Beträge. Prioritäten richtig setzen ist wertvoller als überall ein Prozent zu suchen.

Standby: was wirklich zählt

Standby-Geräte wie Fernseher, Receiver, Spielkonsolen, Drucker und Soundanlagen liegen typisch zwischen 0,5 und 10 Watt. Bei 24 Stunden täglich ergibt das je Gerät 5 bis 90 Euro im Jahr. Der pragmatische Weg:

Alte Großgeräte: der zweitgrößte Hebel

Ein 15 Jahre alter Kühlschrank verbraucht oft das Doppelte eines neuen. Bevor Sie tauschen, prüfen Sie drei Dinge:

  1. Türdichtungen: Ein Blatt Papier sollte beim Schließen festgeklemmt werden. Lässt es sich leicht herausziehen, geht Kälte verloren.
  2. Temperatur: 7 Grad im Kühlschrank und minus 18 Grad im Gefrierfach genügen. Jedes Grad kälter kostet etwa 6 Prozent mehr Strom.
  3. Standort: Neben Herd, Heizung oder in der Sonne verbraucht jedes Kühlgerät spürbar mehr.

Wärmepumpe, Heizungsregelung und smarte Steckdosen

Wenn Sie auf smarte Technik setzen, ist der wichtigste Rat: Ersetzen Sie keine sinnvolle Mechanik durch komplizierte Elektronik, sondern ergänzen Sie. Sinnvoll sind:

Und ein Augenmerk auf Daten: Jede smarte Steckdose mit Cloud ist ein zusätzliches Gerät mit Zugriff. Nähere Hinweise dazu finden Sie in unserem Beitrag zu Smart-Home-Sicherheit.

Rechnen statt raten

Ein Rechenbeispiel: Ein Standby-Verbrauch von 8 Watt rund um die Uhr entspricht etwa 70 kWh im Jahr. Bei 35 Cent pro Kilowattstunde sind das rund 25 Euro – für ein einziges Gerät. Zehn solcher Geräte kosten so viel wie ein halber Monatseinkauf. Deshalb lohnt die Sammelschalter-Lösung, auch wenn sie unspektakulär ist.

Häufige Fragen

Senkt ein neuer Kühlschrank die Rechnung wirklich?

Bei einem Gerät, das älter als 15 Jahre ist, in der Regel ja: Der Verbrauch kann um 40 bis 60 Prozent sinken. Prüfen Sie zuerst Dichtungen und Temperatur, bevor Sie tauschen.

Sollte ich den Router nachts abschalten?

Nein. Der Verbrauch ist gering, und Sie verlieren Sicherheitsupdates, Telefonie über das Internet und die Verfügbarkeit von Backup- und Smart-Home-Funktionen.

Lohnt sich ein Strommessgerät?

Für ein bis zwei Wochen ja: Sie finden damit die Geräte, die wirklich auffallen. Danach reicht es, die Ergebnisse einmal umzusetzen. Ausleihgeräte gibt es bei vielen Verbraucherzentralen und Bibliotheken.

Bringt Wäsche bei 30 statt 60 Grad viel?

Ja, deutlich: Ein Waschgang kostet bei 30 Grad oft nur ein Drittel eines 60-Grad-Programms. Nutzen Sie die höhere Temperatur nur, wenn Hygiene es verlangt.

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